Gyrocopter Geschichte

Leonardo da Vinci- Erfinder des Fallschirms und des Hubschraubers (geboren am 15.04.1452- verstorben am 02.05.1519)

Leonardo da Vinci war nicht nur ein bekannter Künstler sondern auch leidenschaftlicher Erfinder.

Sein Traum war die unbegrenzte Mobilität auf der Erde, zu Wasser und in der Luft. Seine Interessen waren breit gefächert. Er widmete sich der Geologie, Optik, Mathematik, Anatomie, Hydraulik, Botanik, Bewegung und der Schwerkraft. 

Leonardo tüftelte an Maschinen, die seiner Zeit weit voraus waren. Allerdings wurden die meisten seiner Erfindungen zu seinen Lebzeiten nicht umgesetzt. Dazu gehört auch der Hubschrauber. Leonardos erster Entwurf einer Flugmaschine trug das Auftriebssystem in Form einer spiralartigen Luftschraube an Bord. Mit der Luftschraube sollte sich die Flugmaschine senkrecht in die Luft bewegen. 

Dieser Entwurf wurde erst bekannt, als sich der Hubschrauber mit verschiedenen Antriebssystemen in der Luftfahrt durchgesetzt hatte und somit wird Leonardo da Vinci als Erfinders des Hubschraubers bezeichnet. 

Otto Lilienthal (geboren am 23.05.1848 - verstorben am 10.08.1896)

Dem Maschinenbauingenieur Otto Lilienthal gelang es im Jahr 1891 die ersten sicheren Gleitflüge durchzuführen und makierte den Beginn des Zeitalters des Menschenflugs. Mit seinen Vorarbeiten verhalf Otto Lilienthal dem Flugprinzip/ schwerer als Luft den Durchbruch. 

Die Brüder Orville Wright ( geboren 19.08.1871 - verstorben 30.01.1948) und Wilbur Wright ( geboren 16.04.1867- verstorben 30.05.1912)

führten die ersten kontrolliert gesteuerten Motorflüge nach dem Prinzip "schwerer als Luft“ der Welt durch. Ihr Interesse an der Fliegerei wurde damals von ihrem Vater geweckt, der ihnen im Sommer 1878 ein Schraubenflieger-Spielzeug genannt „Helicopter“ schenkte. 

Aufgrund des Krieges und mangels an Kapital widmeten sich die Gebrüder Wright der Reparatur von Fahrrädern und entwickelten die sogenannten Safety Bikes ( Fahrrädern mit zwei gleich großen Rädern). Die Werkstatt machte sie zu hervorragenden Mechanikern und sie sammelten Erfahrungen in Balance, des leichten Gewichtes, des Kettenantriebs und der Aerodynamik. Diese Erfahrungen kamen ihnen im späteren Flugzeugbau zugute. 

Die Gebrüder Wright waren fasziniert von Otto Lilienthals Flugapparaten und ebenso bestürzt über seinen tödlichen Absturz und beschlossen die Unglücksursache zu erforschen und einen sicheren Flugapparat zu bauen. Sie erkannten, dass Otto Lilienthal das Problem des dynamischen Auftriebes gelöst hatte und sein Absturz Folge der mangelnden Steuerfähigkeit des Flugapparates war. 

1899 bauten die Brüder den ersten Flugapparat, einen Doppeldecker-Gleitapparat. Diese Erfindung war direkt einem Vogelflug nachgebildet. Am 17.12.1903 war der Doppeldecker „ Flyer“ für 12 Sekunden in der Luft und legte dabei 37m zurück. Mit dieser Entwicklung haben die Brüder Wright den Durchbruch des Motorfluges geschafft. 

Juan de la Cierva (geboren am 21.09.1895- verstorben 19.12.1936)

Juan de la Cierva war ein spanischer Ingenieur und Luftfahrtpionier. Bereits im Alter von 16 Jahren berechnete und konstruierte er Flugzeuge. 1910 begann er mit Jose Barcala und Pablo Díaz den Bau von Flugzeugen. Im Jahre 1911 und 1913 baute die gemeinsame Firma B.C.D ( für Barcala, Cierva und Díaz) Doppeldecker sowie einen Mitteldecker mit Umlaufmotoren dr Firma Gnome aus Frankreich. 

Im Jahr 1918 präsentierte die Firm B.C.D ein Dreimotoriges Flugzeug „ BCD El Cangrejo“. Jeder Motor war mit 320 PS ausgestattet. Es erreichte eine Reisegeschwindigkeit von 160 km/h bei einem Abfluggewicht von ca. fünf Tonnen. Durch einen Pilotenfehler wurde das Flugzeug im Jahr 1919 zerstört. 

Juan de la Cierva erwab seine Fluglizenz und 1920 reifte seine Idee zum Bau eine Autogiro/ Tragschrauber. Mit seinem ersten Projekt „ C.1“ im Juni 1920 erfolgte der Eintrag in das Patentregister sowie die Marke „ Autogiro“. Wesentlicher Bestandteil des Patentes war das Schlaggelenk. Nach mehreren Versuchen setzte er Drehgelenke quer zur Längsrichtung des Rotorblattes ein.

Mit Erfindung der drehbar gelagerten Rotorblätter mit verstellbarem Anstellwinkel machte Juan de la Cierva die Entwicklung der Hubschrauber möglich. 

Am 17. Januar 1923 konnte bei einem Testflug der Autogiro Serie C.4 die Flugfähigkeit beweisen. Wirklich flugfähig wurde der Tragschrauber einige Tage später am 31.01.1923 bezeichnet, als er einen Kreis von vier Kilometer in 3 Minuten und 30 Sekunden zurücklegte. 1924 legte der Tragschrauber der Serie C.6 mit einem 110 PS Motor und einem Gesamtgewicht von 780 Kilo eine Strecke von 12 Kilometer zurück. Mit dem Autgiro C.8 II bewies de la Cierva, dass er beim Landeanflug jeden Anstellwinkel zwischen 15 und 80 Grad zur Waagerechten einnehmen kann und somit die Landestrecke erheblich verkürzt. Der Abstand zwischen Aufsetzpunkt und Ausrollstrecke betrug dabei nie mehr als 3 Meter. Der Tragschrauber demonstrierte hierbei, dass er niemals in die Phase eines Strömungsabrisses kommt, wie das bei Flächenflugzeugen üblich ist. 

1929 entwickelte er mit einem amerikanischen Partner eine Vorrichtung, die beim Start den Rotor schneller antrieb und somit die Startbahn auf 10 bis 20 Meter verringert. Wesentlicher Bestandteil war, dass beim Erreichen des Auftriebsgeschwindigkeit der Rotorantrieb abgestellt wurde und der Tragschrauber weiter fliegen konnte. 

1924 präsentierte de la cierva den Autogiro C.40 mit einem Umlaufmotor von 420 PS. Die Steigleistung betrug 10 m/s, die Reisehöhe 6000 Meter und eine Reisegeschwindigkeit von 230 km/h sowie eine Reichweite von 530 Kilometer. Der Tragschraube weckte großes Interesse beim internationalen Militär. Im Jahr 1925 wurde das Modell C.6-C als Zweisitzer zugelassen. Mit finanzieller Unterstützung des Mulitmillionär Frederick Pitcairn wurde der Grundstein für die Serienproduktion der Baureihe PCA-2 gelegt. 

Am 05.09.1926 flog der erste zweisitzige Autogiro in Berlin/Tempelhof ein. Juan de la Cierva gründete 1932 die „ Cierva Autogiro“ in Berlin. Bis 1938 baute die Firma Focke-Wulf unter der Lizenz von de la Cerva insgesamt 43 Tragschrauber des Typs C30, bekannt auch als die Heuschrecke. 1933 wurden die ersten Tragschrauber an Endkunden in Frankreich, Schweden, Österreich, Australien, Schweiz, Japan und Deutschland ausgeliefert. 

Mit dem Tod von Juan de la Cierva verlor sich die Entwicklung des Autogiro. Juan de la Cierva verstarb bei einem Flugzeugabsturz einer Linienmaschine. 

Die Forschungen von Juan de la Cierva haben maßgeblich zur Entwicklung des heutigen Hubschraubers beigetragen, der den Autogiro ab dem zweiten Weltkrieg ablöste.